1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27

Sommergefühle an Himmelfahrt

Geschrieben am 08. Mai 2016 in „Garten

Frühling

Was war das für ein fulminanter Frühlingsbeginn. An dem Himmelfahrtswochenende Anfang Mai lag bei Traumwetter bereits eine Ahnung von Sommer in der Luft

Es war kaum zu glauben, mit welch herrlichem Wetter wir das ganze verlängerte Wochenende verwöhnt wurden. Bei über 20 Grad, strahlend blauem Himmel und einer Sonne, die bereits so viel Kraft hat, dass Sonnenbrand drohte, explodierte das Grün im Garten innerhalb weniger Tage. Man musste sich fast die Augen reiben ob des extremen Umschwungs - Vor einer Woche lag der Garten noch unter einer Schneedecke und jetzt ist plötzlich Barfußwetter angesagt. Und dementsprechend erwachte auch der Garten in ungeahnter Geschwindigkeit.

Die Obstwiese mit der Hecke aus weißblühenden Kupferfelsenbirnen

Die weiße Magnolie blüht in vollster Üppigkeit, die Kupferfelsenbirnen mit ihren fein-weißen Blüten säumen die Streuobstwiese, die ersten Tulpen setzen Farbtupfer in die Beete, die Kirschbäume und sogar die ersten Clematis legen auch schon los. Die Narzissen sind jetzt auf dem Höhepunkt, aber leider bei der Sommerhitze auch schnell wieder verblüht. Dazu das satte Grün des Rasens, dass im Frühjahrslicht und durch den Rauhreif der noch kalten Nächte besonders intensiv wirkt. Mann kann jetzt gut erkennen, wie die um die alten holsteinischen Obstbäume gesetzten Rechtecke aus höherem Gras der Wiese eine gestalterische Form geben und dabei gleichzeitig weniger Arbeit machen. Hinzu kommt noch, dass durch das seltenere Mähen der Rechtecke die Ökodiversität höher ist. Wilde Blumen, Löwenzahn, Gamander, Klee und viele Insekten fühlen sich hier wohl, die auf gestutztem Rasen keine Überlebenschance hätten. Und bei dem sonnigen Wetter geht es mit dem Graswachstum sehr schnell. Selten habe ich es in den letzten 25 Jahren erlebt, dass der Frühling mit solcher Wucht kam.

Die ersten Tulpen kommen im GlyciniengangNatürlich heißt das aber auch, dass der Boden schnell austrocknet - zwar nur oberflächlich, aber für Neupflanzungen, Setzlinge im Gemüsegarten und die Unmengen an Töpfen und Gefäßen bedeutet dass, viel, viel zu gießen. Und zu allem Überfluss war dann auch noch unser Brunnen defekt. Jedenfalls kam kein Wasser mehr. Doch nach einer Reinigung der Rohrleitungen und des Pumpsystems mit verdünnter Salzsäure (klingt gefährlich, aber die Brunnen-Profis, die wir beauftragt haben, meinten, dass sei die beste Lösung). Und dann hieß es beten, dass wieder Wasser kommt. Denn es kann auch durchaus mal sein, dass solch ein Grundwasserreservoir erschöpft ist. Aber glücklicherweise war dem nicht der Fall. Was mich bei unserem hohen Grundwasserspiegel doch auch sehr gewundert hätte.

Die Narzissen stehen (noch) in voller Blüte da

Und so haben wir die Sonnentage über Himmelfahrt von morgens bis abends im Garten verbracht. Den Gemüsegarten vorbereitet und Salatsetzlinge gepflanzt, Beete das zweite mal durchgearbeitet und Unkraut entfernt sowie Pflanzen, die den Winter nicht überlebt haben, durch neue ersetzt. Und abends, nach dem Gießen, erschöpft aber glücklich, mit einem leichten Sonnenbrand und einem Glas Sekt in der Abendsonne ausklingen lassen.

1  Kommentar

  • A .Hermann am 15. Mai 2016 07:22 Uhr

    Bei uns ist die Natur noch nicht ganz so weit! Einer meiner zwei Gärtchen liegt in Mittelgebirgslage, der extreme Wind trocknet zusätzlich aus! Seit Jahren beobachte ich, dass man im Frühjahr extrem "Zugießen" muß. Meine Konsequenz besteht darin, bei den Ersatzpflanzungen Pflanzen zu wählen, die auch mal ohne Wasser auskommen und nicht gleich krank aussehen und die Köpfe hängen lassen. Da kommt einem der " Neue deutsche Gartenstil" gerade recht:-)
    Leider habe ich trotzdem immer noch zu viele Kübel! Prösterchen Ihre Gartenfee aus Bayern

Schreiben Sie einen Kommentar zu dieser Seite

Antwort auf:  Direkt auf das Thema antworten